In meiner Tätigkeit als Mentorin für SchülerInnen im Autismus Spektrum begegnen mir immer wieder Kinder, die (teilweise extrem) herausforderndes Verhalten zeigen. Eine alltagstaugliche Möglichkeit damit umzugehen ist das Auszeit-Rad.
Die betroffenen Kinder merken oft schon recht zeitig, dass etwas nicht stimmt: es ist ihnen zu laut, sie werden subjektiv nachteilig behandelt, sie bemerken selbst einen Fehler wissen aber nicht, wie sie ihn ausbessern können, werden vom Tischnachbarn schief angeschaut, sie haben schlecht geschlafen … die Liste individueller Belastungen kann lang sein. All das summiert sich schnell und es kommt zu einer echten Krise die von verbal ausfällig werden über auto- und fremd aggressives Verhalten bis zum Weglaufen gehen kann. Dass es im Klassenverband oft nicht möglich ist alle Kinder zu jeder Zeit im Blick zu haben und allen Bedürfnissen gerecht zu werden, ist nachvollziehbar. Je weiter sich ein Kind von seinem stabilen Gefühlszustand entfernt, um so schwieriger wird es für dieses Kind, sich verbal angemessen dazu zu äußern und auszudrücken.
Das Auszeit- oder Emotionenrad kann wie folgt eingesetzt werden:
– Wie fühlt sich „Alles super!“ an? Wo spüre ich das? Was muss gegeben sein? Welche Farbe hat das für mich?
– Wann ist es für mich „OK“? Was ist der Unterschied zu „Alles super!“? Wann fühle ich mich meistens OK? Welche Farbe hat das für mich?
– Wann hast du das Gefühl „Ich brauche bitte Hilfe“? Wie kannst du um Hilfe bitten? Welche Art der Hilfe hilft/wünscht du dir? Kannst du dir selber helfen (Atmen, Wasser trinken)? Welche Farbe hat diese Situation für dich?
– „Ich brauche eine Auszeit“ trifft für dich wann zu? Was hilft dir? Welche Farbe hat dieses Kästchen für dich?
Schnell sehen die Kinder, dass es große Unterschiede bei Stressfaktoren und Bewältigungsstrategien gibt.
birgit.seewald@gmx.at
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